Danke!

Geliebter Bruder!

ich bin mir sicher , dass du geahnt und gespürt hast wie viele Menschen dich mögen, lieben und im Herzen tragen. Aber dieser Tag war mit Sicherheit auch für dich – wo immer du gerade bist- überwältigend….
Mehr als 300 Menschen sind gekommen um sich in einem sehr schönen Gottesdienst von dir zu verabschieden. Unglaublich, wie viele Menschen dich in ihr Herz geschlossen haben, um dich weinen und dich vermissen. Ich wünschte, du wärst leibhaftig und nicht nur aus der Ferne und in unseren Gedanken und Herzen dabei gewesen.
Auch wenn der Anlass ein unfassbar trauriger war, war es ein wunderschöner Tag.
Wegen dir!

Ein schöner, heller und warmer Spätsommertag.
Ein berührender Gottesdienst in einer lichtdurchfluteten Kirche.
Ein Trauerzug von der Kirche zum Friedhof, wie ich ihn noch nie erlebt habe.
Die Urnenbeisetzung auf dem schönen Friedhof mit so vielen Freunden.
All die lieben, traurigen aber auch manchmal lustigen Worte, die Stille, die Umarmungen, das Stillstehen der Zeit im Gehaltenwerden….
All das hat so gut getan auf dem traurigen Weg des Abschieds von dir.

Darum möchten wir uns auch noch mal für die schönen Worte des Zuspruchs und des Trosts, die vielen Mails, Nachrichten und Telefonate mit all den Hilfsangeboten in den letzten Stunden, Tagen und Wochen bedanken!

Ein riesiges Dankeschön auch an die vielen Helfer im Hintergrund und die tollen Gestalter und Berater:

Die Fotos, die in der Schmiede zu sehen waren, sind hier noch mal anzusehen und die Musikauswahl, die dazu lief hat Jenny auf Spotify zusammengestellt:

Jenny deep well

wayfaring stranger

Ein Gedanke zu „Danke!“

  1. Lieber Morten,

    als du 12 warst bin ich in eure Familie gekommen. Als Tils Freundin. Ich war 16 und du reichtest mir gerade mal an die Schulter. Til und ich sahen gemeinsam einen Film, du kuscheltest dich auf der anderen Seite in meinen Arm. Als Til etwas ruppig klarstellte dass ich seine Freundin wäre, hast du ganz kess und liebevoll gesagt, du willst aber auch kuscheln. Und dieses Recht hast du dir nicht nehmen lassen.
    Ich erinnere mich an deine großen Augen, die von grün/blau nach braun die Farbe wechseln konnten. Je nach Stimmung und Spannung. Dein Lachen, was frech, übermütig und respektvoll in einem sein konnte. Deine wahnsinns Korkenzieherlocken und später dein korrekt vom Barbier gestutzter Bart.
    Wir konnten immer Tacheles reden, auch aneinander geraten und wussten dabei doch immer wie sehr wir uns mögen und respektieren.
    Ein paar mal habe ich dich zur Seite genommen und dich auch auf die Probleme angesprochen, die du hattest. Dir meine Hilfe angeboten. Du hast immer zugehört und warst offen für Hilfestellung, wolltest auch Hilfe annehmen. Aber schnell warst du dann wieder ganz woanders, wolltest Leichtigkeit und weg von all dem Problemscheiß in dem du dich immer wieder verstrickt hast. Das Leben genießen und das so intensiv wie möglich.
    Vieles ist dir auch gelungen und ich habe dich bewundert für deine Kreativität, deinen Mut, deine Leichtigkeit. Der Club, der Kiosk, deine Firma, deine Kontakte, deine Intensität. Alles echt und so gefüllt mit Leidenschaft.
    Jeden Quatsch konnte ich mit dir machen. Und ich wusste, wenn ich mal am Nordpol festhängen würde und es keine Rettung gäbe, du hättest mich da rausgeholt. Mir zu Hause ein warmes Bad bereitet und Sushi geordert. Aber tiefgefroren, als kleine Anspielung auf den Nordpol, und mit schelmischem Grinsen hättest du es an der Badewanne serviert.
    Wie oft hast du mir den Nacken massiert. Einfach so, ohne Aufforfrung. Als ich dich einmal anrief, ob du am Nachmittag die Kids sitten könntest, hast du in einem ziemlichen Lärm geantwortet: “Total gern, aber ich sitze gerade im Helicopter auf dem Weg nach Monaco und schaffe es nicht rechtzeitig zurück zu sein.“
    Bei den Kindergeburtstagen hast du mir oft geholfen, wenn Til nicht da war. Immer hatte ich Schiss du kommst nicht, aber du warst dann immer pünktlich da. Ich weiß, dass das auch eine Form des Respekts mir gegenüber war. Das habe ich sehr geschätzt und mir war klar, dass es auch ein Zeichen der Verbindlichkeit und Liebe zwischen uns war. Du hattest ein gutes und großes Herz. Auch das hat dich öfter in schwierige Situationen gebracht. Wie wir alle, wolltest du geliebt werden und hast dich oft ins Zeug gelegt um die Herzen der Menschen zu gewinnen. Das hat viel Kraft gekostet und sicher auch oft ausgelaugt. Nach einem extremen Hoch, kam oft auch ein Tief von dem du dich dann tagelang erholen musstest. Dann waren wir in Sorge um dich und manchmal auch sehr genervt von deinem Abtauchen.
    Du hast die Balance gesucht, sie aber nicht finden können. Immer auf dem Weg, auf der Suche, nach Liebe, Anerkennung, Spaß und Intensität. Die Ruhe kam dann, wenn du nicht mehr konntest. Nur kurz und eher wie ein Koma als eine Besinnlichkeit. Und trotzdem gab es da auch den nachdenklichen Teil in dir. Das kurze Innehalten und der Wunsch anzukommen an einem Ort bei einem Menschen der dich auffängt und wo du Kraft schöpfen kannst für die nächsten Projekte in deinem Leben. Du warst auf dem Weg, jedoch war dieser dann plötzlich zu Ende.
    Warum auch immer.
    Da stand ich dann an deinem Todestag an der Unfallstelle auf dem Mittelstreifen. Es war ein heißer Sommertag und ich war erschlagen von der Heftigkeit und der zerstörerischen Kraft die an der Unfallstelle auf mich wirkte. Obwohl ich mich für sehr stark halte, hatte ich die Befürchtung gleich umzukippen. Es war also wirklich geschehen. Du warst dort in der Nacht zum Montag gestorben. Mit voller Wucht gegen den kleinen Baum da geknallt und so wie ich es fühlte, ohne nervige Geschwindigkeitsbegrenzung, direkt nach oben gezischt. Erlöst, frei, und mit einer Intensität die dir entsprach. Ich hier unten. Du weit oben, überall und verschmolzen mit der Unendlichkeit. So habe ich es gefühlt.
    So richtig glauben kann ich es bis heute noch nicht. Auch bei deiner Trauerfeier hatte ich machchmal das Gefühl, du kämst gleich um die Ecke, ein wenig abgehetzt vielleicht, von irgendeinem Job.
    Doch ich will dich gehen lassen. So schwer es fällt. Und das kann ich auch. Wir zwei haben nichts offen miteinander. Es ist alles gesagt, gelebt verhandelt und gut zwischen uns.
    Du hast so viele schöne Erinnerungen hinterlassen. Du hast unsere Kinder beeindruckt und geprägt mit deiner Wildheit und Hingabe, deinem Fahrstil, Humor, deiner Großzügigkeit und Liebe. Und jedesmal wenn du mit ihnen unterwegs warst, bat ich Dich, sie mir heile wieder zu bringen. Das hast du getan. Satt, glücklich und aufgedreht hast du sie abgeliefert. Alle drei waren vernarrt in dich. Und Ole wurde sogar um so einen coolen Onkel beneidet.

    Ich kann dich gehen lassen. Wir haben nichts offen miteinander. Wir haben miteinander gelacht, gefeiert, getanzt, geweint, diskutiert und gestritten. Gelebt eben. Großzügigkeit, Humor und Leidenschaft waren uns beiden vertraut und wir haben davon Gebrauch gemacht.
    „Geliebte Schwägerin“ hast du immer aus voller Brust zu mir gesagt. Wie sehr wird mir das fehlen.

    In Gedanken halte ich dich noch einmal ganz fest und doch behutsam in meinem Arm. Ich bin so dankbar dich gekannt zu haben, dankbar weiter leben zu dürfen, dankbar, dass dein Tod mich mahnt intensiv und leidenschaftlich zu leben, jeden Tag und dabei nicht zu vergessen, wie zerbrechlich wir doch sind.
    Ich küsse dich in Erinnerung auf deine piksige Wange
    Deine Jenny

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